Zentrale nationale Holocaust-Gedenkstätte in Berlin
Ein Plädoyer für Toleranz.


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Aus meinem Buch:

»Bitte - vielleicht mit Rücksicht auf die Gefühle jüdischer Menschen, die dieses Mahnmal nie eingefordert haben, aber unter den Schändungen leiden werden, vielleicht auch mit Rücksicht auf die Gefühle von Nichtjuden, die antisemitische Anschläge verhindern wollen - bitte widmet das zentrale Mahnmal zum Holocaust in Deutschland allen Opfern.

Vor allem aber:

Widmet es allen Holocaust-Opfern als unmissverständliche Mahnung zu Toleranz«.

 

Mit dieser Website möchte ich auf meine Buchveröffentlichung zum Holocaust-Mahnmal in Berlin aufmerksam machen: Ziel dieses Buches ist es, zumindest über die Widmung für das Holocaust-Mahnmal nochmals eine Debatte anzufachen. Das könnte sogar gelingen, die vorgesehene Widmung ist keinesfalls unumstritten.

Sehr viele Menschen in Deutschland werden sich einverstanden erklären mit der Errichtung eines zentralen Holocaust-Mahnmals in Berlin, beinahe 60 Jahre nach der Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager.
Aber - und das ist meine Vermutung - darunter werden nicht wenige Menschen sein, die sich weder mit der vorgesehenen offiziellen (!) Widmung - sie lautet »Denkmal für die ermordeten Juden Europas« - noch mit der geplanten Ausgestaltung einverstanden erklären werden, den 2700 Betonstelen des amerikanischen Architekten Peter Eisenman.

Für dieses wichtige Bauvorhaben in den ehemaligen Ministergärten in Berlin-Mitte hat sich seit Jahren die Bezeichnung »Holocaust-Mahnmal« durchgesetzt - in zahllosen Zeitungsartikeln, in TV- und Radiosendungen, bei Befürwortern und Gegnern des Mahnmal-Projektes, und bei den Berliner Taxifahrern. »www.holocaust-mahnmal.de« heißt die offizielle Internet-Homepage der »Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas«.

Dieses zentrale Holocaust-Mahnmal in Deutschland soll, nach dem erklärten Willen der Initiatoren, die Nachwelt gemahnen zu Toleranz, zu Respekt und zu Achtung gegenüber allen Menschen. Es soll ein nachdrückliches und nicht zu übersehendes »Denk-Zeichen« im Stadtraum Berlins installiert werden, gegen Intoleranz, gegen Antisemitismus, gegen Fremdenfeindlichkeit. Soweit gut.

Es gab 11 Millionen Opfer des Holocaust.
Mit dem geplanten zentralen Holocaust-Mahnmal in Berlin-Mitte wird ausschließlich der 6 Millionen ermordeten Juden Europas gedacht, und ausdrücklich nicht am selben Ort auch der weiteren 5 Millionen Holocaust-Opfer. Ist dies tatsächlich die nachdrückliche »Er-Mahnung« zu Toleranz, zu Respekt und Achtung?

In Berlin soll eine »Gedenkmeile« entstehen - drei Mahnmale für Holocaust-Opfergruppen bilden nach meinem Verständnis noch keine Gedenkmeile. Es wird - meiner Vermutung nach - auch nur diese drei Holocaust-Mahnmale geben: neben dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas ein Mahnmal zum Gedenken an die ermordeten Sinti und Roma, in der Nähe des Reichstages, und ein Mahnmal zum Gedenken an die ermordeten Homosexuellen.

Für die anderen Holocaust-Opfergruppen: für die ermordeten Opfer des nationalsozialistischen »Euthanasieprogammes«, für die in den KZ´s ums Leben gebrachten politischen Häftlinge, die Gegner des NS-Regimes aus den Reihen der Kirchen, für die in den KZ´s ermordeten Kriegsgefangenen - für diese weiteren insgesamt etwa 5 Millionen ermordeter Menschen wird es vermutlich nie ihrer Ermordung gewidmete Holocaust-Mahnmale in Deutschland geben.
Frage: Welche Lobby haben in Deutschland die Euthanasieopfer?

Eine Anmerkung: Die erste »Versuchsvergasung« in Auschwitz fand am 23. September 1941 statt -
dafür wählten die nationalsozialistischen Mörder 600 sowjetische Kriegsgefangene.
Die Asche der Toten liegt in Auschwitz zusammen, auf ewig. Was macht es denn tatsächlich für einen Sinn, wenn jetzt die Erinnerung an diese Toten aufgeteilt werden soll? Wenn jetzt - ich bitte den Ausdruck zu verzeihen - wieder eine »Selektion« der Opfer vorgenommen wird, diesmal von den Nachkommen der Täter für gerade dem würdigen Gedenken (!) an diese Opfer gewidmete Mahnmale?

»Es wird behauptet, das wiedervereinigte Deutschland bezeuge - vor aller Welt - mit dem Bau des den ermordeten Juden Europas gewidmeten Mahnmals, endlich über die nötige Souveränität im Umgang mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte zu verfügen. Der Bau des Holocaust-Mahnmals wird gewissermaßen als eine Art »Reifezeugnis« angesehen. Wenn dies tatsächlich so ist, warum ist dieser Staat dann doch nicht souverän genug, sich an einem zentralem Ort zu seiner gesamten geschichtlichen Verantwortung zu bekennen?«
(Aus meinem Buch-Text: »Zu wenig lebendig!«)

»Zentrales Zeichen für das künftige Selbstbewußsein der Republik! Durch die Einbeziehung des Parlarmentes ist dieses Mahnmal tatsächlich zu einem Nationaldenkmal geworden!«
So lauteten Pressestimmen nach der Bundestagsentscheidung zum Holocaust-Mahnmal, die Abstimmung erfolgte am 25. Mai 1999 in Bonn.
Allein, auch eine geglückte Mehrheitsfindung im Bundestag kann falsch sein.

Ein nationales Holocaust-Mahnmal welches nachdrücklich die Nachwelt zu Toleranz anhalten soll - welches aber »in sich« - nach dem ausdrücklich erklärten Willen der Errichter - nicht die Toleranz aufzubieten vermag, dass an einem zentralen Ort in Deutschland ausnahmslos aller Opfer des Holocaust in Würde (!) gedacht weden darf - scheint mir ein falscher Ansatz - oder, wie Michael S. Cullen schreibt, ein »Gedenkfehler und Denkfehler« zu sein.

 

Leider erscheint mein Buch viel zu spät, um den Bau des Stelenfeldes von Herrn Peter Eisenman noch ernsthaft gefährden zu können:
Zur Jahresmitte 2002 werden die Bauarbeiten beginnen, in etwa 2 Jahren soll die Einweihung stattfinden. Doch erst dann wird auch die Widmung für das Holocaust-Mahnmal ausgesprochen.
Die Akzeptanz in der Bevölkerung für dieses zentrale Holocaust-Mahnmal ist nicht hoch.

Sie ließe sich vielleicht schon allein dadurch erhöhen, indem dieses wichtige Mahnmal am Ende doch noch ausnahmslos allen Holocaust-Opfern der nationalsozialistischen Barbarei gewidmet wird?
Als eine nachdrückliche, vor allem aber als eine glaubwürdige Ermahnung zu Toleranz.

 

Etwa die Hälfte der Buch-Texte finden Sie auf dieser Website. In meinem Buch stelle ich auch meinen eigenen Entwurf für ein Holocaust-Mahnmal vor - um nicht allein nur heftige Kritik an dem Eisenman-Entwurf zu üben, sondern auch um dem Stelenfeld eine eigene Alternative (?) entgegenzusetzen.

Am Ende des Buches bitte ich die Leser, Briefe an den Bundestagspräsidenten zu schreiben:

Sie möchten mit Briefen doch bitte die Widmung des zentralen Holocaust-Mahnmals in Deutschland für ausnahmslos alle Holocaust-Opfergruppen einfordern, und sich darüberhinaus eindeutig für oder gegen den Stelenfeld-Entwurf von Peter Eisenman aussprechen.

Bitte lesen Sie meinen Text: »Eine neue Variante zu einem alten Vorschlag«.
Diesen Text finden Sie in meinem Buch, und auch hier im Inhaltsverzeichnis.
Vielen Dank!

 

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